Reviews
The Inner Circle (2008)

Rock Impressions (Italy) - Translation: Tanja Kreutzer

Alexander Göhs (Gesang), Markus Berger (Gitarre, Bass), Christian Eichlinger (Schlagzeug) und Markus Maichel (Keyboards) sind Dante. Ich möchte diese Rezension mit den Namen der Protagonisten eröffnen, weil sie es in spezieller Weise verdienen, erwähnt zu werden. Wir sprechen hier von Prog Metal, einem der am meisten standartisierten Musikstile des gesamten Umfelds. In den 90ger Jahren haben Dream Theater eine vollkommen neue Art des Metal zum Erfolg geführt, indem sie die Arbeit der Keyboarder unter Beweis stellten und eine unglaubliche Technik aufbrachten. 90% der restlichen Bands waren bis heute lediglich Klone. Wenige Künstler nur sind aus dieser Prozentzahl auszuklammern, erwähnenswert sind hier Pain of Salvation, Three, Tool, Mastodon, sonst bleiben nur wenige übrig. Und ich ziehe den Hut vor diesen Deutschen mit dem wohlklingenden Namen, denn sie haben, im Unterschied zu den Vorhergenannten, niemanden, der hinter ihnen steht, sie produzieren sich selbt und glauben an sich. Die Resultate geben ihnen Recht, aus ihrer Musik entspringt eine wirklich beneidenswerte musikalische Qualität, Metal angereichert durch das Beste der 70ger Jahre, im Stil von Yes oder der (ungerechterweise) immer weniger beachteten Gentle Giant. Die Soundqualität ist hervorragend, womit unter Beweis gestellt wird, dass auch eine Eigenproduktion sehr gut sein kann.

Der Vollständigkeit halber: das Artwork ist schön, gesungen wird auf englisch.

"Faded" eröffnet das Album und zeigt sogleich die besondere Aufmerksamkeit, die "Dante" der Harmonie widmen. Es gibt keine erschöpfenden Techniklektionen, die meiner Meinung nach das gesamte Genre überfluten, sondern schöne Melodien und ein perfektes Ritornell. Selbstverständlich gibt es Tempiwechsel, aber "Faded" basiert mehr als alles andere auf den Kadenzen sonorer Strukturen. Elf Minuten, die wie im Flug vergehen, was beweist, dass alles bestens ausbalanciert ist ohne sich in unnützen Verkünstelungen zu verlieren. Ich bin sicher, wenn eine andere, berühmtere Band ein solches Werk vorgestellt hätte, würden wir hier lobend von einem Meisterwerk sprechen. Die Stimme von Göhs kreischt nicht und erreicht nicht irgendwelche unaussprechlichen Höhen, vielmehr konzentriert sie sich darauf, sich in den musikalischen Kontext einzufügen, und das, wie ich hinzufüge, mit lobenswertem Ergebnis.

Um zu den Werken zurückzukehren: was in "The inner circle" geboten wird, ist sicherlich keine vollkommene Neuerfindung, sondern vielmehr guter Musikgeschmack und die Fähigkeit die eigenen Qualitäten umzusetzen. Die Wechsel passieren im richtigen Augenblick und sogar die kanonischeren Werke wie "Ghost From The Past" wecken Interesse. Bewegend ist das Klavierstück "For I Am", eine Perle der Melancholie, wie man sie selten findet. Selbstverständlich zahlen auch "Dante" ihren Tribut an die Meister des Faches, wie beispielsweise in "Not Like Myself", aber das ist, wie man weiß, nur natürlich. Ein weiteres interessantes Motiv ist "The Giving & The Taking", gespalten in zwei Teile, eine Quelle, aus der man unendlich viele verschiedene Emotionen schöpfen kann.

Ich kannte "Dante" bisher nicht, das Album hat jedoch bei mir eingeschlagen, um nicht gleich ein Wunderwerk auszurufen - deshalb werde ich persönlich mir diesen Namen merken. In einem Genre wie diesem trifft man immer seltener auf Bands wie diese und ich hoffe wirklich von Herzen, dass sie in der Zukunft einen guten Vertrag machen können, denn wenn im Hintergrund eine noch bessere Produktion steht, können noch bessere Resultate erzielt werden.

Glaubt es oder nicht - ich werde jetzt die Replay-Taste drücken!

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